Kategoriearchive: Gesellschaft

Wohin die Diffamierung von Erwerbslosen führt

Es ist ein perfider Trick der herrschenden Klasse, diejenigen, die fast nichts haben, gegen diejenigen auszuspielen, die noch weniger haben…

[...]Zum Geist der Agenda-Reformen gehört eine Propaganda, die Erwerbslose als Schmarotzer stigmatisiert. Es ist ein bekanntes Muster: Um den Boden für Sozialabbau vorzubereiten, wird eine Anti-Faulenzer-Debatte angestoßen. Ex-Kanzler Gerhard Schröder glänzte einst mit der Aussage, es dürfe kein Recht auf Faulheit geben. Inzwischen bedienen SPD-Abgeordnete diese Argumentation etwas geschickter: Nicht mehr grobschlächtige Diffamierung ist angesagt, sondern Beschäftigte und Erwerbslose werden nun subtil gegeneinander ausgespielt.[...]

freitag.de

Das Unbehagen am Kapitalismus wächst. Nicht einmal Manager vertrauen noch dem Markt.Gerät nun das ganze System ins Wanken?

Karl Marx, der störrische Rechthaber, hat es vorhergesehen: Der Kapitalismus funktioniert heute genau so, wie er es beschrieben hat. Wo immer der große Weltbaumeister hinlangt, bleibt kein Stein auf dem anderen. Hier lässt der Kapitalismus Milch und Honig fließen, dort schafft er Elend. Hier baut er auf, dort reißt er ab. Nichts bleibt, wie es war.

zeit

Streitbar ist er geblieben: Günter Amendt, der wohl bekannteste Sexualaufklärer der 68-er Generation und ausgewiesene Bob-Dylan-Experte. Nun war der mittlerweile 64-jährige Hamburger zu Gast im Literarischen Salon der Uni Hannover, um sein neues Buch „No Drugs ­ No Future“ vorzustellen. Ein, wie Moderator Alexander Perrey zu Recht anmerkte, engagiertes Manifest und gleichzeitig ein Rückblick von Amendt auf seine jahrzehntelange Auseinandersetzung mit der offiziellen Drogenpolitik.

telepolis 

Jährlich werden zwischen 10 und 14 Milliarden Schuss Militärmunition weltweit produziert, also rund zwei Kugeln für jeden Mann, jede Frau und jedes Kind auf der Erde.

Jährlich werden 1000 Milliarden Dollar für Verteidigungszwecke ausgegeben. Zum Vergleich: Für internationale Entwicklungshilfe sind es pro Jahr nur rund 60 Mrd. Dollar.

handelsblatt 

Alles reine Formsache. Denunziation genügt.

Jeder kann jeden beim Gericht als angeblichen Betreuungsfall anzeigen. Missliebige Nachbarn, mobbende Arbeitskollegen, Krankenhauspersonal, Verwandte, die an eine Erbschaft wollen, die Bank, bei der man sein Girokonto überzogen hat, oder schlicht der Briefträger – sie alle können beim Amtsgericht „anregen“, jemanden unter Betreuung stellen. Treffen kann es jeden. Wer dann nicht sofort einen kundigen Anwalt findet und einschaltet, kann zwangsbetreut werden. Ein Betreuer kann dann sämtliche Entscheidungen treffen. Er kann entscheiden, dass Sie nicht mehr über Geld verfügen dürfen, nicht mehr telefonieren, nicht mehr Ihre Post entgegen nehmen dürfen. Sie können alles verlieren: Ihr Haus, Ihre Familie, Ihr Leben. Klingt nach einem Horrorfilm? Nach Hollywood? Oder Kafkas Roman „Der Prozeß“? Kaum zu glauben, aber juristisch ist all dies möglich. Mitten in Deutschland. Zu jeder Zeit. Denn die juristische Struktur macht dies möglich.

telepolis

Details: Depression und Antidepressiva
 
 

Jeder hundertste erwachsene Amerikaner sitzt jetzt hinter Gittern, am meisten Strafgefangene gibt es im Bible Belt

Nach einem Bericht des Pew Center on the States haben die USA erstmals in der Geschichte den Rekord eingestellt, dass ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung hinter Gittern sitzt. Anfang 2008 waren dies genau 2.319.258 Menschen.

telepolis

Im Strudel der Gefängnisindustrie

Eine aktuelle US-Studie stellt fest: Je mehr Geld in den Strafvollzug gesteckt wird, um so mehr Strafgefangene werden frisch eingeliefert

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind Weltmeister. Zumindest was den Strafvollzug angeht. Von den 288 Millionen Bürgern der USA befinden sich in diesem Augenblick 2.2 Millionen Menschen im Gefängnis. Das ist unangefochten Weltspitze. Da können Schurkenregime wie Iran oder Nordkorea nur vor Neid erblassen: In den USA kommen auf 100.000 Bürger 737 Strafgefangene (Stand: Ende 2005). Putins Russland ist mit 607 Strafgefangenen auf Hunderttausend Zweiter. Die Bronzemedaille geht an Kuba mit 487 Gefängnisinsassen. Bescheiden nehmen sich da geradezu die 98 Strafgefangenen aus, die in Deutschland im Jahre 2004 auf je Hunderttausend Einwohner kamen.

telepolis 

Bundeswehr und ARGE Leipzig kooperieren

Die Bundeswehr darf bei der Leipziger ARGE junge Arbeitslose auch für Auslandeseinsätze werben. Die Zusammenarbeit stößt auf scharfe Kritik. Ein Auslandseinsatz beim Bund gilt bei der ARGE Leipzig offenbar als zumutbare Arbeit. Einem Zeitungsbericht zufolge hat die Behörde eine Kooperationsvereinbarung mit der Bundeswehr getroffen.

neues deutschland

Erziehungscamps für junge Straftäter

Auch «Warnarrests» hält der Unionsfraktionschef für ein geeignetes Mittel gegen kriminelle Jugendliche.

Netzeitung

US-“Boot Camps“ – Manche überleben nicht

Als die ersten „Boot Camps“ für straffällige Jugendliche in den USA entstanden, schwärmte das US-Justizministerium von „einer der innovativsten und aufregendsten Formen“ des Jugendstrafvollzugs. Fast 20 Jahre später ist Ernüchterung eingekehrt.

n-tv

Das Versagen der Drill-Maschine

Sie stehen für Disziplin, Erniedrigung, Erschöpfung: Seit knapp 20 Jahren versuchen die USA, jugendliche Taugenichtse in Boot Camps gefügig zu machen. Doch Untersuchungen belegen: Der therapeutische Sinn ist zweifelhaft – und immer wieder kommt es zu Misshandlungen und Todesfällen.

spiegel online

Verständnis für durchdrehende Hartz IV-Empfänger ist Volksverhetzung

Im September fand in der ARGE Aachen eine Geiselnahme durch eine „offensichtlich gestörte Person“ statt. Wer sich öffentlich darüber wundert, dass so etwas nicht schon viel früher passiert ist, steht unter dem Verdacht der Volksverhetzung – jedenfalls hat mit dieser Begründung der Staatsschutz Userdaten vom Erwerbslosen Forum angefordert. Die Betreiber bitten um Spenden, um mit rechtsanwaltlicher Unterstützung die Anfrage zurückzuweisen und die Meinungsfreiheit in ihrem Forum zu retten.

gulli

interview

Freisprüche für Aufseher

Der Fall Martin Lee Anderson erschütterte die USA: Vor laufender Kamera quälten Boot-Camp-Aufseher den 14-jährigen Schwarzen, bis er starb. Jetzt wurden die Verantwortlichen freigesprochen. Ein US-Kongress-Bericht offenbart grausige Details aus den paramilitärischen Erziehungslagern.

spiegel

US-Stadt verbietet Rauchen im eigenen Heim

Anti-Raucher-Vorstoß im kalifornischen Belmont: Einem Beschluss des Stadtrats zufolge ist das Qualmen in den eigenen vier Wänden in Zukunft verboten. Ein selbst in den Staaten einzigartiger Versuch, Nichtraucher zu schützen.

spiegel

Workfare statt Welfare: Irina Vellay zu einer ersten Studie über den „dritten Arbeitsmarkt“ der Ein-Euro-Jobs

Zwei Jahre, von 2005 bis 2006, arbeitete eine sechsköpfige Forschungsgruppe zu den Wirkungen des zum 1. Januar 2005 in Kraft getretenen arbeitsmarktpolitischen Instruments der „Ein-Euro-Jobs“. Unter demselben Titel, den sich auch die Arbeitsgruppe gab, liegt nun deren Abschlussbericht [extern] Der „workfare state“ – Hausarbeit im öffentlichen Raum vor.

telepolis

Der menschenverachtende Populismus der Hartz-IV-Hardliner

Die Argumentation der Hardliner für die Beibehaltung der bisherigen Hartz-IV-Regelung basiert auf einer ziemlich menschenverachtenden Haltung gegenüber Arbeitlosen. Die angeblichen empirischen Evidenzen, wonach eine Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I zu einer Verlängerung der Arbeitslosigkeit führe, dass die Sozialkassen zusätzlich belastet, die sog. Lohnnebenkosten oder die Steuerbelastungen erhöht würden, sind sachlich schlicht falsch.
Der Vorwurf des Populismus fällt auf die Verfechter der Agenda zurück.

nachdenkseiten.de

Sie wühlen im Müll nach Obst, Gemüse, Drinks und Schinken – nicht unbedingt, weil sie arm sind. „Freeganer“ verstehen ihre Beutezüge als Widerstand gegen den Wegwerf-Zwang der Konsumgesellschaft. Mit Tricks und Schikanen versuchen Discounter, die nächtlichen Besucher zu vergraulen.

spiegel online

Milliardenteure Schildbürgerstreiche

Es geht um Seilbahnfahrten von Politikern, Bärenbeauftragte und Ministeriumsneubauten in Bonn: Der Steuerzahlerbund hat in einer Broschüre aufgelistet, wo Steuergelder verschwendet werden. Es geht – wie jedes Jahr – um Milliarden.

spiegel online

tagesschau

Freaks in der Wüste

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In wenigen Stunden stirbt eine amerikanische Stadt: Black Rock City mit seinen rund 40.000 Einwohnern hört auf zu existieren. Business as usual also, denn das diesjährige Burning-Man-Festival geht zu Ende – das vielleicht schrillste Kunst-Happening der Welt.

spiegel online

The Burning Man Project

Abschied von Burning Man und HasenohrenBurning Man Fotostrecke

Flickr Slideshow

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In der Hamburger Arbeitsagentur werden Hartz-IV-Empfänger nach Informationen des SPIEGEL mit einem bizarren Fragebogen konfrontiert. Essgewohnheiten, Videovorlieben, sogar Einstellungen zur Liebe will die Behörde wissen. Man wolle nur „passgenauer“ helfen, beteuert die Agentur.

Die Hamburger Behörde für Wirtschaft und Arbeit verspricht sich von der Aktion, „ein umfangreiches Profil der Kunden zu erhalten“, um „passgenauere Instrumente für den Förderbedarf“ zu entwickeln, so ein Mitarbeiter der Grundsatzabteilung.

spiegel online

Ist man der Armut entronnen und hat einmal ein passables Konsumniveau erreicht, dann bringt mehr Geld auch nicht mehr Glück

Persönliches Glück und subjektive Zufriedenheit haben, folgt man den quasioffiziellen Medienquellen (Zeitungen, Funk, Fernsehen, Film – wie das früher so schön hieß, und natürlich der Werbung) und dem meist fatalen Peer-Group-Empfinden, viel miteinander zu tun. Aber das ist nur die grobe, halbe Wahrheit, die uns die globale kommerzielle Manipulationsmaschinerie aufzwingt.

telepolis